OAKS GROUP SA

13. März 2024 — Ramzi Chamat

Referenzzinssatz für Mietverträge in der Schweiz: Stabilität bei 1,75% – Eine Entlastung für Mieter

OAKS GROUP SA | Image Referenzzinssatz für Mietverträge in der Schweiz: Stabilität bei 1,75% – Eine Entlastung für Mieter

In der Schweizer Immobilienlandschaft, in der Mieten für viele Bewohner oft eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen, hat die jüngste Ankündigung des Bundesamtes für Wohnungswesen (BWO) bei den Mietern für Erleichterung gesorgt. Nach einem Jahr, das von Aufwärtsanpassungen geprägt war, bleibt der für Mietverträge geltende Referenzzinssatz bei 1,75% stabil. Diese Entscheidung bietet, wenn auch nur vorübergehend, eine willkommene Atempause in einem Umfeld, in dem die Wohnkosten von vielen Schweizer Haushalten genau beobachtet werden.

Nach einem Jahr voller Erhöhungen bleibt der Referenzzinssatz für Schweizer Mietverträge unverändert bei 1,75%. Diese Nachricht des Bundesamtes für Wohnungswesen (BWO) ist eine willkommene Nachricht für Mieter in einem Land, in dem die Wohnkosten oft ein grosses Sorgenkind sind.

Der gewichtete Durchschnittszinssatz der Hypothekarforderungen, der als Basis für diesen Referenzwert dient, lag Ende des letzten Quartals bei 1,72% und damit leicht über dem Vorquartal. Damit sich der Referenzzinssatz ändert, müsste er die Marke von 1,87% nach oben durchbrechen oder unter 1,63% fallen. Da jedoch keine dieser Bedingungen erfüllt wurde, bleibt der Status quo für die Mieter erhalten.

Die Entscheidung, den Referenzzinssatz beizubehalten, hängt eng mit der jüngsten Entspannung der Hypothekarzinsen in der Schweiz zusammen. Diese Entspannung wird durch die sinkende Inflation und die Hoffnung auf eine mögliche Senkung des Leitzinses durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) begünstigt. Trotz dieser vorübergehenden Stabilität bleiben die Aussichten für die künftige Entwicklung des Referenzzinssatzes jedoch umstritten.

Einige Ökonomen, wie Claudio Saputelli von der UBS, glauben, dass der aktuelle Satz einen Höchststand darstellen könnte. Die UBS prognostiziert sogar drei Senkungen der SNB-Leitzinsen im Jahr 2024, was dazu beitragen würde, die Zinsen auf dem Hypothekarmarkt zu senken. Diese Meinung wird von Experten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) geteilt, die ebenfalls auf eine Lockerung der Geldpolitik setzen.

Andere Stimmen äussern jedoch gegenteilige Meinungen. Thomas Stucki von der St. Galler Kantonalbank schliesst eine weitere Erhöhung für 2024 nicht aus, insbesondere angesichts der höheren Kosten für neue Festhypotheken im Vergleich zu den auslaufenden Verträgen. Auch Raiffeisen erwartet vor 2026 keine Senkung des Referenzzinssatzes.

Diese Unsicherheit über die Zukunft des Referenzzinssatzes hat direkte Auswirkungen auf den Schweizer Mietmarkt. Mieter, die im Vorjahr zwei Erhöhungen um jeweils 25 Basispunkte hinnehmen mussten, sahen ihre Mieten spürbar steigen. Einige Vermieter haben die Mieten sogar um mehr als 10% erhöht, teilweise um die Inflation auszugleichen. Das Bundesamt für Wohnungswesen merkt an, dass die Teuerung zu 40% auf die Mietpreise angerechnet werden kann.

Diese Erhöhungen spiegeln sich in den Daten des Schweizer Immobilienmarktes wider. Laut dem Index der Immobilienplattform Homegate stiegen die Mieten im Januar im Monatsvergleich um 0,3%, was einem jährlichen Anstieg von 1,9% entspricht. Im Vorjahr verzeichneten die Mieten einen durchschnittlichen Anstieg von 4,4%, wodurch der Quadratmeterpreis laut ImmoScout24 und dem Immobilienberatungsunternehmen Cifi auf 281,2 Franken stieg.

In einem Land, in dem die Wohnkosten die Haushaltbudgets stark belasten, ist die Beibehaltung des Referenzzinssatzes bei 1,75% eine vorübergehende Entlastung für Schweizer Mieter. Diese Entscheidung, die teilweise durch die Entspannung der Hypothekarzinsen und die unsicheren Aussichten für die zukünftige Entwicklung diktiert wird, bietet eine willkommene Atempause auf einem oft volatilen Immobilienmarkt. Die Herausforderungen bleiben jedoch bestehen, und die Mieter bleiben wachsam gegenüber potenziellen Schwankungen, die sich auf ihre Wohnkosten auswirken könnten.

Quelle: Allnews

Zurück

Wir verwenden Cookies, um die Nutzung der Website zu messen. Sie können zustimmen oder ablehnen.