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18. November 2023 — Ramzi Chamat

Energetische Überarbeitung im Waadtland: Balance zwischen Nachhaltigkeit und Realität

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In einem kühnen Schritt schlägt der Staatsrat des Kantons Waadt eine bedeutende Überarbeitung des kantonalen Energiegesetzes vor. Diese Revision schreibt die Sanierung von energieintensiven Gebäuden, insbesondere jenen, die gemäss dem kantonalen Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK) als Klasse G und F eingestuft sind, vor. Diese Gebäude müssen innerhalb von 10 bis 15 Jahren verbessert werden. Der Schweizerische Verband der Immobilienwirtschaft (SIV) Waadt begrüsst diese Initiative und erkennt die Bedeutung der Reduzierung von Treibhausgasemissionen an. Der SIV äussert jedoch Bedenken hinsichtlich der technischen, finanziellen und zeitlichen Machbarkeit dieser umfassenden Sanierungen.

Einleitung

Die Klimafrage steht weiterhin im Mittelpunkt globaler Anliegen, und Schweizer Regionen bilden da keine Ausnahme. Kürzlich hat der Staatsrat des Kantons Waadt die Konsultation zu einer Revision des kantonalen Energiegesetzes eingeleitet, die eine lebhafte Debatte in der Gesellschaft ausgelöst hat. Diese Revision beinhaltet eine kontroverse Bestimmung: die Verpflichtung, alle energieintensiven Gebäude, die in die Klassen G und F des Gebäudeenergieausweises der Kantone (GEAK) fallen, innerhalb von 10 bis 15 Jahren nach Inkrafttreten des Gesetzes zu sanieren. Diese Massnahme hat die Unterstützung des Schweizerischen Verbands der Immobilienwirtschaft (SIV) Waadt erhalten, wirft aber auch entscheidende Fragen hinsichtlich der Machbarkeit, der Kosten und der Auswirkungen auf Eigentümer, Mieter und die Gesellschaft als Ganzes auf.

I. Der SIV Waadt befürwortet die energetische Sanierung

Der SIV Waadt positioniert sich als wichtiger Akteur im Immobiliensektor für die energetische Sanierung von Gebäuden. Trotz bemerkenswerter Fortschritte bei der Reduzierung der Treibhausgasemissionen von Gebäuden in der Schweiz (ein Rückgang von 34 % gegenüber 1990) ist es unerlässlich, die Bemühungen zur Erreichung der Klimaziele fortzusetzen. Die Reduzierung von CO2-Emissionen ist eine kollektive Verantwortung, und jeder muss sich daran beteiligen, seien es Eigentümer, Behörden oder Mieter, während die Kosten fair geteilt werden.

II. Erhebliche praktische Herausforderungen

Während die energetische Sanierung von Gebäuden ein lobenswertes Ziel ist, wirft ihre Umsetzung zahlreiche Fragen auf. Die Verpflichtung zur Sanierung von 39.000 energieintensiven Gebäuden im Kanton Waadt, was etwa 2.600 Genehmigungen pro Jahr über fünfzehn Jahre bedeutet, stellt eine erhebliche logistische Herausforderung dar. Die Bewältigung dieser Masse an Genehmigungen, die Einsprache- und Beschwerdeverfahren sowie der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften sind praktische Herausforderungen, denen sich gestellt werden muss.

III. Finanzierung, eine entscheidende Frage

Die Finanzierung der Sanierungsarbeiten ist ebenfalls ein Hauptanliegen. Trotz einiger vorgesehener Ausnahmen befasst sich der Gesetzesrevisionsentwurf nicht eingehend mit dieser Frage. Die Subventionen sind auf 120 Millionen Schweizer Franken pro Jahr begrenzt, während die Gesamtkosten für die Sanierungsarbeiten und den Ersatz von Heizungsanlagen mit fossilen Brennstoffen mehrere Milliarden Schweizer Franken betragen könnten.

IV. Hin zu Anreiz- und realistischen Massnahmen

Anstatt auf einer strengen Verpflichtung zu bestehen, plädiert der SIV Waadt für deutlichere Anreizmassnahmen. Dies könnte eine substantielle Erhöhung der Subventionen, attraktive Steuervorteile sowie den Abschluss von Zielvereinbarungen mit den Eigentümern umfassen. Diese Vereinbarungen würden die spezifische finanzielle Situation jedes Eigentümers berücksichtigen und gleichzeitig realistische Ziele zur Reduzierung der CO2-Emissionen festlegen, wobei die Bedeutung der Gebäudemissionen berücksichtigt wird.

Schlussfolgerung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Revision des kantonalen Energiegesetzes im Waadtland entscheidende Fragen aufwirft, wie die Schweizer Gesellschaft die Energiewende und den Kampf gegen den Klimawandel angehen wird. Die Balance zwischen der Notwendigkeit, CO2-Emissionen zu reduzieren, und der Wahrung der wirtschaftlichen Rentabilität von Sanierungen bleibt im Mittelpunkt der Debatte. Es ist unerlässlich, dass alle Beteiligten zusammenarbeiten, um ausgewogene Lösungen zu finden, die die Erreichung der Klimaziele ermöglichen, ohne die wirtschaftliche Stabilität der Region zu gefährden. Der Weg in eine nachhaltigere Energiezukunft erfordert eine gründliche Reflexion, pragmatische Massnahmen und kontinuierliche Zusammenarbeit.

Quelle: SIV

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