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05. Februar 2024 — Ramzi Chamat

Immobilien-Rückblick Schweiz 2023 und Ausblick 2024

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Das Jahr 2023 war für den Schweizer Immobilienmarkt eine Zeit des Wandels. Diese Studie untersucht die prägenden Trends des vergangenen Jahres und wagt einen Blick auf die Prognosen für 2024. Trotz moderatem Preisanstieg und wirtschaftlicher Herausforderungen bewies der Schweizer Immobilienmarkt 2023 seine Widerstandsfähigkeit. Positive Signale für 2024, wie sinkende Zinssätze und ein prognostizierter Anstieg bei den Transaktionen, deuten auf ein vielversprechendes Jahr hin. Angesichts der globalen wirtschaftlichen Unsicherheit bleibt jedoch Vorsicht geboten.

Einleitung

2023 war ein entscheidendes Jahr für den Schweizer Immobilienmarkt, das von bedeutenden Entwicklungen und grossen Herausforderungen geprägt war. Die Schweiz, bekannt für ihre wirtschaftliche Stabilität, sah sich mit internen und externen Faktoren konfrontiert, welche die Markttrends beeinflussten. In dieser Studie beleuchten wir detailliert den Rückblick auf die Immobilientrends 2023 und erstellen Prognosen für das Jahr 2024.

I. Schweizer Immobilienmarkt 2023 | Rückblick

A. Moderates Preiswachstum

Im Jahr 2023 verzeichnete der Schweizer Immobilienmarkt den geringsten Preisanstieg seit der Subprime-Krise. Die Preise für Eigentumswohnungen stiegen um lediglich 0,9%, während Einfamilienhäuser ein Plus von 0,7% aufwiesen. Dieses begrenzte Wachstum war hauptsächlich auf die deutlichen Zinserhöhungen zurückzuführen, die die Nachfrage dämpften. Potenzielle Käufer sahen sich mit höheren Finanzierungskosten konfrontiert, was ihre Kaufkraft einschränkte und das Transaktionstempo verlangsamte.

B. Relative Stabilität gegenüber Europa

Im Gegensatz zu einigen europäischen Nachbarländern wie Deutschland und Frankreich, in denen die Immobilienpreise 2023 sanken, hielt die Schweiz trotz des moderaten Wachstums die Preise stabil. Dies deutet auf eine gewisse Resilienz des Schweizer Marktes hin. Die Schweiz gilt aufgrund ihrer wirtschaftlichen und politischen Stabilität seit jeher als attraktiver Immobilienstandort, was auch 2023 in- und ausländische Investoren anzog.

C. Regionale Unterschiede

Auf regionaler Ebene waren die Preisunterschiede deutlich. Städte wie Zug, Sitten, Lugano und Biel verzeichneten Preisanstiege von über 2%, während andere Regionen wie Basel und Lausanne deutliche Rückgänge hinnehmen mussten. Diese Disparitäten waren oft auf lokale Faktoren wie Angebot und Nachfrage sowie auf spezifische wirtschaftliche Entwicklungen in den jeweiligen Regionen zurückzuführen.

D. Rückgang der Transaktionszahlen

Ein wesentlicher Trend im Jahr 2023 war der signifikante Rückgang der Immobilientransaktionen in der Schweiz, der 25% unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre lag. Dieser Rückgang war primär auf die gestiegenen Finanzierungskosten infolge der Hypothekarzinserhöhungen zurückzuführen. Schweizer 10-Jahres-Hypothekarzinssätze stiegen von unter 1% auf über 3% in der Spitze, bevor sie sich Ende des Jahres bei rund 2% stabilisierten. Infolgedessen haben sich die Kosten für ein Paar, das ein Haus kauft, im Vergleich zu vor wenigen Jahren nahezu verdoppelt, was das Interesse an neuen Immobilienkrediten dämpfte. Zudem hielten die wirtschaftliche Unsicherheit und die Erwartung sinkender Immobilienpreise viele Kaufinteressenten 2023 von Investitionen ab.

II. Schweizer Immobilienmarkt 2024 | Ausblick

A. Vorsichtiger Optimismus

Im Jahr 2024 begegnet der Schweizer Immobilienmarkt der Zukunft mit vorsichtigem Optimismus. Mehrere Faktoren tragen zu dieser Stimmung bei. Zuallererst hat die Inflation, die Ende 2023 Schwächezeichen zeigte, positiv geendet und Ängste vor einer Rezession gedämpft. Die Inflation hat erheblichen Einfluss auf den Immobilienmarkt, da sie die Geldpolitik der Zentralbanken und die Zinsentwicklung massgeblich beeinflusst.

B. Senkung der Zinssätze

Nachdem die Zinssätze ihren Höhepunkt voraussichtlich erreicht haben, dürften sie nun zu sinken beginnen. Dieser Rückgang könnte die Zentralbanken, einschliesslich der Schweizerischen Nationalbank (SNB), dazu bewegen, die Leitzinsen bald zu senken. Die Zinssätze sind ein Schlüsselfaktor für Immobilienkäufer, da tiefere Zinsen geringere Finanzierungskosten bedeuten, was die Nachfrage auf dem Immobilienmarkt ankurbeln kann.

C. Moderater Preisanstieg

Angesichts eines begrenzten Angebots und einer voraussichtlich wieder anziehenden Nachfrage dürften die Immobilienpreise etwas stärker steigen als 2023. Dieser Trend könnte die Verhandlungen zwischen Käufern und Verkäufern erleichtern. Ein spektakulärer Preissprung ist jedoch nicht zu erwarten, da weiterhin Besonnenheit herrscht.

D. Zunahme der Transaktionszahlen

Auch bei der Anzahl der Transaktionen wird mit einem Anstieg gerechnet, insbesondere bei Anlageobjekten. Da die Marktwerte ihren Tiefpunkt erreicht zu haben scheinen, dürfte sich die Lage 2024 stabilisieren, was mehr Interessenten zum Handeln motiviert. Immobilieninvestoren könnten diese Phase als günstige Gelegenheit für Akquisitionen zu relativ niedrigen Preisen sehen.

E. Einfluss der US-Wahlen

Die bevorstehenden US-Wahlen könnten ebenfalls die globale Wirtschaftspolitik beeinflussen. Da die Demokraten möglicherweise versuchen, die Wirtschaft zu stärken, um Wählerstimmen zu gewinnen, könnte dies Auswirkungen auf die weltweite wirtschaftliche Stabilität und damit auf den Schweizer Immobilienmarkt haben. Politische Entscheidungen in den USA haben oft globale Konsequenzen, weshalb ihre Entwicklung genau zu beobachten ist.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass 2023 ein herausforderndes Jahr für den Schweizer Immobilienmarkt war, doch die Perspektiven für 2024 sind optimistisch. Positive Signale wie sinkende Zinssätze und eine Preisstabilisierung könnten den Markt beleben. Dennoch ist angesichts der globalen wirtschaftlichen Unsicherheit Vorsicht geboten; internationale Entwicklungen, die den Schweizer Immobilienmarkt in den kommenden Monaten beeinflussen könnten, sollten aufmerksam verfolgt werden. Marktteilnehmer müssen sich an die neuen Gegebenheiten anpassen und die sich bietenden Chancen bei anhaltender Wachsamkeit nutzen.

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