18. Juli 2024 — Ramzi Chamat
Immobilienpreise erholen sich in allen Schweizer Regionen | OAKS GROUP

Der Schweizer Immobilienmarkt verzeichnet im zweiten Quartal 2024 eine deutliche Erholung, die durch einen flächendeckenden Preisanstieg in allen Landesregionen gekennzeichnet ist. Dieser positive Trend steht in starkem Kontrast zum Vorjahr, das noch von landesweiten Preisrückgängen geprägt war. Verschiedene Faktoren haben zu dieser Belebung beigetragen, insbesondere die Senkung der Zinssätze und eine gestiegene Nachfrage nach Immobilien. Dieser Bericht von RealAdvisor bietet eine detaillierte Analyse der Preisentwicklung, des Transaktionsvolumens sowie der wirtschaftlichen und politischen Einflüsse und liefert optimistische Prognosen für den Schweizer Immobilienmarkt für den Rest des Jahres 2024.
Einleitung
Der Schweizer Immobilienmarkt erlebt im zweiten Quartal 2024 eine spürbare Erholung, begleitet von einem allgemeinen Preisanstieg in allen Regionen. Dieser positive Trend kontrastiert stark mit dem Vorjahr, in dem noch ein landesweiter Preisrückgang beobachtet wurde. Die Kombination aus sinkenden Zinsen und einer erhöhten Nachfrage war ausschlaggebend für diese Entwicklung.
I. Analyse der Preisentwicklung
In den letzten drei Monaten sind die Preise für Häuser und Wohnungen in der Schweiz um +0,6% gestiegen. Dieses Wachstum zeigt sich in allen 15 grössten Ballungszentren des Landes. Über einen Zeitraum von 12 Monaten sind die Wohnungspreise um +1,9% gestiegen. In Zürich und Genf betrug der Anstieg der Wohnungspreise jeweils +1%, während Basel mit +0,2% einen eher moderaten Anstieg verzeichnete.
Bei den Einfamilienhäusern stiegen die Preise um +1,0%. In Zürich kletterten die Preise um +0,9%, in Genf um +0,6%, und Luzern verzeichnete mit +1,2% den stärksten Anstieg. Basel hingegen ist die einzige Stadt, die einen Preisrückgang bei den Einfamilienhäusern von -0,4% gegenüber dem Vorjahr ausweist.
Kantone mit attraktiver Steuerpolitik zeigen weiterhin eine solide Performance. Die Wohnungspreise in Zug stiegen um +1,9%, während die Hauspreise um +1,6% zulegten. Nidwalden verzeichnete ein Plus von +2,4% bei Wohnungen und +1,8% bei Häusern. Ebenso verzeichnete Obwalden einen Anstieg von +2,3% bei Wohnungen und +2,0% bei Häusern.
II. Transaktionsvolumen und Immobilienangebot
Trotz des Preisanstiegs bleibt das Transaktionsvolumen unter dem des Vorjahres. Bereits 2023 war die Zahl der Transaktionen im Vergleich zu 2022 deutlich zurückgegangen, mit bemerkenswerten Rückgängen in Genf (-4,7%) und Zürich (-6,6%). Dies ist primär auf ein begrenztes Angebot an Immobilien und einen Mangel an Neubauprojekten zurückzuführen, was die Marktaktivität bremst.
Für das zweite Halbjahr 2024 wird jedoch eine leichte Erholung erwartet. Der jüngste Zinsrückgang dürfte zu einer Normalisierung des Transaktionsvolumens beitragen. Die Aussichten auf eine Erholung werden zudem durch international günstige politische Faktoren gestärkt. Beispielsweise machen aktuelle politische Entscheidungen in Grossbritannien und Frankreich die Schweiz für ausländische Investoren immer attraktiver und unterstützen so die positive Dynamik des Immobilienmarktes.
III. Wirtschaftliche und politische Einflussfaktoren
Das wirtschaftliche und politische Umfeld spielt eine entscheidende Rolle für die aktuelle Dynamik des Schweizer Immobilienmarktes. Die kontinuierliche Senkung der Leitzinsen durch die Schweizerische Nationalbank ist ein Hauptfaktor für die Nachfragebelebung. Diese akkommodierende Geldpolitik macht die Immobilienfinanzierung zugänglicher und fördert den Erwerb von Immobilien.
Parallel dazu wirken sich internationale politische Ereignisse auf den Schweizer Immobilienmarkt aus. So schaffen beispielsweise die Abschaffung des Non-Dom-Status in Grossbritannien und die Wahl einer Labour-Regierung ein günstiges Klima für Investitionen in der Schweiz. Zudem haben die Ergebnisse der Parlamentswahlen in Frankreich die Wahrnehmung der Schweiz als stabiler und attraktiver Investitionsstandort gestärkt.
IV. Aussichten für den Schweizer Immobilienmarkt 2024
Die Prognosen für den Schweizer Immobilienmarkt bleiben für den Rest des Jahres 2024 optimistisch. Die Kombination aus niedrigen Zinsen, einem begrenzten Angebot und einer wachsenden Nachfrage dürfte den Preisanstieg weiter stützen. Marktanalysten gehen davon aus, dass sich dieser Aufwärtstrend fortsetzt und die Preise für Häuser und Wohnungen in allen Regionen weiter steigen werden.
Die steigende Nachfrage nach Schweizer Immobilien wird durch mehrere Faktoren angetrieben. Einerseits bleibt die Schweiz aufgrund ihrer politischen Stabilität, des vorteilhaften Steuersystems und der hohen Lebensqualität attraktiv für Expatriates und ausländische Investoren. Andererseits machen niedrige Zinsen Hypothekarkredite erschwinglicher, was den Immobilienkauf begünstigt.
Beim Angebot bleibt der Neubau begrenzt, was den Preisdruck erhöht. Die Schwierigkeiten bei der Erteilung von Baugenehmigungen und die knappe Verfügbarkeit von Bauland bremsen die Ausweitung des Immobilienangebots. Dieses Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage ist ein wesentlicher Grund für den anhaltenden Preisanstieg.
V. Regionale Analyse und zukünftige Trends
Jede Schweizer Region weist unterschiedliche Charakteristika bei der Dynamik der Immobilienpreise auf. Kantone mit vorteilhafter Besteuerung wie Zug, Nidwalden und Obwalden ziehen aufgrund ihrer Steuerkonditionen und der hohen Lebensqualität weiterhin Käufer an. Diese Regionen verzeichnen überdurchschnittliche Preissteigerungen.
Grossstädte wie Zürich und Genf bleiben trotz moderaterer Preissteigerungen aufgrund ihrer wirtschaftlichen Bedeutung und erstklassigen Infrastruktur attraktive Zentren. Luzern zeigt mit einem deutlichen Anstieg der Hauspreise eine erhöhte Nachfrage, vermutlich aufgrund der Nähe zu Zürich und seiner touristischen Attraktivität.
Basel bleibt trotz eines leichten Rückgangs der Hauspreise ein stabiler Markt mit anhaltender Nachfrage nach Wohnungen. Diese Divergenz bei der Preisentwicklung könnte auf spezifische lokale Faktoren wie die Verfügbarkeit von Bauland und Käuferpräferenzen zurückzuführen sein.
Fazit und Prognose
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich der Schweizer Immobilienmarkt in einer soliden Erholungsphase befindet, gestützt durch günstige wirtschaftliche und politische Faktoren. Der in allen Landesregionen beobachtete Preisanstieg spiegelt eine erhöhte Nachfrage bei begrenztem Angebot wider. Niedrige Zinsen spielen eine entscheidende Rolle, da sie den Zugang zur Finanzierung erleichtern, während die Attraktivität der Schweiz für internationale Investoren die positive Dynamik weiter stärkt.
Für den Rest des Jahres 2024 bleiben die Aussichten optimistisch. Die Preise für Häuser und Wohnungen dürften aufgrund der robusten Nachfrage und der niedrigen Zinsen weiter steigen. Steuerlich vorteilhafte Regionen sowie Grossstädte wie Zürich, Genf und Luzern werden voraussichtlich weiterhin Käufer anziehen, während das begrenzte Immobilienangebot den Preisdruck aufrechterhalten wird.
Immobilienprofis sollten die internationalen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen genau beobachten, da diese Faktoren die Marktdynamik massgeblich beeinflussen können. Letztlich dürften die wirtschaftliche Stabilität, die akkommodierende Geldpolitik und die Attraktivität der Schweiz als Investitionsstandort das weitere Wachstum des Schweizer Immobilienmarktes unterstützen.
Quelle: Allnews / RealAdvisor / Jonas Wiesel


