08. Juli 2023 — Ramzi Chamat
Schweizer Immobilienmarkt: Resilienz gegenüber Zinsschwankungen

Der Schweizer Wohnimmobilienmarkt hat im zweiten Quartal 2023 eine beeindruckende Widerstandsfähigkeit bewiesen und kaum Auswirkungen der Zinsschwankungen auf die Transaktionspreise gezeigt. Dieser Trend ist ein klares Indiz für die Solidität und Stabilität des Schweizer Immobilienmarktes trotz wirtschaftlicher Volatilität.
Trotz der Zinsschwankungen stiegen die Preise für Einfamilienhäuser im zweiten Quartal 2023 um 1,3%. Parallel dazu verzeichneten Eigentumswohnungen einen ähnlichen Preisanstieg von 1,2% gegenüber dem Vorquartal. Diese Preissteigerungen spiegeln eine starke Nachfrage und einen gesunden Markt wider, auf dem Zinsschwankungen scheinbar kaum Einfluss auf Kaufentscheidungen haben.
In einigen Regionen der Schweiz waren die Preisanstiege besonders bemerkenswert. Einfamilienhäuser in der Zentral- und Ostschweiz verzeichneten die stärksten Preiszuwächse innerhalb eines Jahres. Ebenso erlebten Eigentumswohnungen in der Zentral- und Südschweiz in den letzten vier Quartalen den stärksten Preisanstieg.
Fredy Hasenmaile, Chefökonom bei Raiffeisen Schweiz, erklärt dieses Phänomen: "Trotz eines begrenzten Angebots und höherer Finanzierungskosten aufgrund der Zinsschwankungen ist es der Angebotsmangel, der den Markt derzeit dominiert." Diese Situation unterstreicht die hohe Nachfrage nach Wohneigentum in der Schweiz und die Fähigkeit des Marktes, höhere Zinssätze zu absorbieren.
Im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten die Zentralschweiz (+18,8%) und die Ostschweiz (+9,8%) die stärksten Preisanstiege bei Einfamilienhäusern. Dieser Trend belegt die Dynamik des Immobilienmarktes in diesen Regionen. Die Regionen Bern (+3,4%) und Nordwestschweiz (+3,3%) wiesen hingegen ein moderateres Wachstum auf.
Die Analyse der Preisentwicklung nach Gemeindetyp enthüllte einige interessante Trends. Häuser in städtischen Gebieten verzeichneten einen stärkeren Anstieg (+7,3%) als in anderen Gemeinden. Eigentumswohnungen erlebten den stärksten Preisanstieg in touristischen Gemeinden (+7,9%), während der geringste Anstieg (+4,1%) in den Stadtzentren beobachtet wurde.
Diese Trends deuten darauf hin, dass Schweizer Tourismusorte für den Kauf von Eigentumswohnungen immer beliebter werden. Diese Standorte bieten für Immobilieninvestoren attraktive Perspektiven, insbesondere aufgrund ihres touristischen Potenzials. Zudem deutet die wachsende Nachfrage in städtischen Gebieten auf ein gestiegenes Interesse an einem urbanen Lebensstil hin.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Schweizer Immobilienmarkt weiterhin seine Robustheit und Resilienz gegenüber Zinsschwankungen unter Beweis stellt. Die Nachfrage bleibt hoch, insbesondere bei Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen, was zu stetig steigenden Preisen führt. Investoren, Käufer und Verkäufer auf dem Schweizer Immobilienmarkt können trotz der Zinsschwankungen auch in Zukunft mit einer positiven Marktdynamik rechnen.


